Die meisten Förder-Ratgeber listen jedes Jahr dieselben Programme auf und prüfen nie, ob noch Geld da ist. 2026 ist das wichtiger als sonst: Mehrere Vorzeige-Töpfe waren zur Jahresmitte leer. Hier ist der geprüfte Stand vom 9. Juli 2026, plus die drei Timing-Regeln, die entscheiden, ob Sie tatsächlich gefördert werden.
Österreich: Das berühmte Programm ist leer, die guten nicht
KMU.DIGITAL zitiert jeder, und genau jetzt ist es ausgeschöpft. Die offizielle Seite erklärt, dass weder Beratungs- noch Umsetzungsförderung beantragt werden kann. Das Budget kommt in Jahres-Tranchen; die Tranche 2026 startete im Jänner und war im Frühsommer weg. Das Programm läuft bis Ende 2026. Falls eine neue Tranche kommt, gelten: Beratung 50 bis 80 Prozent (bis 3.000 Euro gesamt), Umsetzung 30 Prozent bis 6.000 Euro, geförderte Beratung vorab verpflichtend. Die Lektion: Antrag im Jänner fertig haben.
Die aws-KI-Programme (AI-Start bis 15.000 Euro, AI-Adoption bis 150.000 Euro) laufen in Call-Fenstern, und Mitte 2026 ist keiner offen. Neue Runden kündigt aws.at an; die Zusage muss vor Projektstart vorliegen.
Was in Österreich gerade wirklich offen ist:
- Wirtschaftsagentur Wien, Förderung Digitalisierung: 50 Prozent der Kosten bis 50.000 Euro für Wiener KMU, mit Quartals-Stichtagen bis Ende 2026. Das stärkste offene Programm des Landes, und deutlich weniger bekannt als KMU.DIGITAL.
- FFG Innovationsscheck: 80 Prozent bis 10.000 Euro für Projekte mit Forschungspartner, ganzjährig offen.
- FFG Basisprogramm: laufende Einreichung, Zuschuss plus zinsgünstiges Darlehen, rund die Hälfte größerer Entwicklungsprojekte mit technischem Risiko.
Deutschland: Kein Bundeszuschuss, drei starke Landesprogramme
Die Bundesprogramme (go-digital, Digital Jetzt) sind ersatzlos ausgelaufen. Was bleibt, liegt bei den Ländern:
- Digitalbonus Bayern: offen bis Ende 2027. 50 Prozent, bis 7.500 Euro (Standard) oder 30.000 Euro (Plus, deckt ausdrücklich KI-Einführung). Nur für Betriebe unter 50 Mitarbeitern. Das Antragsfenster öffnet am ersten Werktag jedes Monats um 10:00, das Kontingent ist schnell weg.
- NRW, Mittelstand Innovativ & Digital: 2026 umgebaut; jetzt 50 Prozent bis 15.000 Euro, vergeben per monatlichem Losverfahren, weil die Nachfrage das Budget übersteigt.
- Sachsen, Digitalisierung Zuschuss: bis 60 Prozent, max. 10.000 Euro, für Kleinstunternehmen.
- Thüringen und Berlin: ausgeschöpft bzw. ausgelaufen. Keine Neuauflage geplant.
Ebenfalls kostenlos: Die rund 29 Mittelstand-Digital Zentren bieten bis Ende 2026 anbieterneutrale Workshops, KI-Trainer und Einzelberatung ohne Kosten.
EU-weit: Die Hubs, die kaum jemand nutzt
Jede EU-Region hat einen European Digital Innovation Hub. Für KMU gibt es dort "Test before invest", KI-Erprobung und Schulungen, kostenlos oder stark vergünstigt. Kein Förderantrag nötig: Sie kontaktieren den regionalen Hub direkt und unterschreiben eine Servicevereinbarung. Wer einen KI-Use-Case ausprobieren will, bevor Budget fließt, findet in Europa keinen günstigeren seriösen Weg.
Die drei Regeln, die alles entscheiden
- Vor Projektstart beantragen. Jedes Programm oben verlangt es. Kosten vor dem Antragsdatum, teils schon die Auftragsbestätigung, töten die Förderung.
- Der Jänner ist Erntezeit. Budgets kommen in Jahres-Tranchen und sind zur Jahresmitte leer. Das Muster 2026 war eindeutig: KMU.DIGITAL im Juni erschöpft, FFG Impact Innovation schon im März.
- Kleine Förderungen sind kombinierbar. Das meiste läuft unter der De-minimis-Grenze von 300.000 Euro pro drei Jahren. Geförderte Beratung plus geförderte Umsetzung plus kostenlose EDIH-Leistungen sind legal kombinierbar, solange dieselben Kosten nie doppelt gefördert werden.
Welches Programm zu Ihrem Projekt passt, prüfen wir im kostenlosen Erstgespräch, und wir strukturieren Angebote so, dass das Antragsdatum nie zum Problem wird.
Geprüft am 9. Juli 2026 gegen die offiziellen Programmseiten. Budgets sind volatil; vor jeder Planung den aktuellen Stand prüfen. Keine Rechts- oder Förderberatung im engeren Sinn.